Monteurzimmer Apolda – Handwerkstradition im Weimarer Land
Die Stadt Apolda liegt im Städtedreieck mit Jena und Weimar und besitzt eine traditionsreiche Vergangenheit als "Glockenstadt". Der Name rührt daher, dass Apolda über ein Vierteljahrtausend lang die Glockengießerei betrieben hat. Doch auch die Textilindustrie hatte schon immer einen starken Stellenwert im Wirtschaftsgefüge der Stadt. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war Apolda sogar eine der führenden Industriestädte im Osten des Deutschen Reiches und baute sogar Automobile wie den Apollo und Piccolo. Diese industrielle Vorreiterrolle konnte sich allerdings nicht bis in die Gegenwart zum Vorteil auszahlen. Leider nahm Apoldas Bedeutung in vielen Wirtschaftsbereichen zunehmend ab und führte nach der Wende sogar zu einem starken Niedergang. Bis 1988 waren auch noch Glockengießereien in der Stadt ansässig. Man schätzt, dass über 20.000 Glocken in Apolda gegossen wurden, darunter auch eine der berühmtesten, der sogenannte dicke Peter im Kölner Dom, die größte am geraden Joch freischwingende Glocke der Welt.

