Handwerk fordert technische Nachrüstungen im Dieselgate

26.09.2018 Felix Böhm

Im schwelenden Konflikt über Maßnahmen gegen Diesel-Fahrverbote spricht sich das Handwerk deutlich für Hardware-Nachrüstungen aus. "Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, die es gibt", fordert der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) Hans Peter Wollseifer in einem Interview mit dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochsausgaben). Ferner glaubt Wollseifer „Mit einer Umtauschaktion jedenfalls, wie sie jetzt als Lösungsmöglichkeit im Gespräch ist, wird es keinesfalls getan sein."

Die notwendigen Instrumente gegen Fahrverbote wären nach Wollseifers Aussagen eine intelligente Verkehrslenkung sowie Softwareupdates, unbedingt aber auch Hardware-Nachrüstungen "dort, wo sie möglich und zumutbar sind". Wollseifer ist sich sicher "...die Autokonzerne wollten offenbar die Leute für dumm verkaufen, wenn sie behaupten, dass ginge nicht oder sei zu umständlich oder zu teuer". Wollseifer sieht die Politik in der Pflicht und kritisiert die Automobilindustrie scharf: "Die Bundesregierung muss eine entsprechende Nachrüstverordnung für Dieselfahrzeuge erlassen." Wollseifer sagte ferner"Es ist ein Unding und für eine führende Industriebranche blamabel, wie sich die Autokonzerne weiter aus ihrer Verantwortung winden und nicht bereit sind, für die von ihnen verursachten Fehler gerade zu stehen". "Schon jetzt ist Verbrauchern und Handwerksbetrieben durch die Wertverluste ihrer Dieselfahrzeuge enormer wirtschaftlicher Schaden entstanden. Es geht nicht an, dass Bürger und Handwerker für etwas die Zeche zahlen, was Autokonzerne und Politik verbockt haben."

Der kürzlich abgehaltene Diesel-Gipfel im Kanzleramt hatte hingegen noch keine Lösung erzielt. Erst vor wenigen Tagen bewegte sich auch erstmals Verkehrsminister Scheuer im Dieselgate und hat Hardwarenachrüstungen mit Beteiligung der Autokonzerne nach langer Ablehnung erstmalig für möglich gehalten. Auch Kanzlerin Merkel plädiert mittlerweile offen für technische Nachrüstungen auf Kosten der Konzerne. Doch die mächtige Autolobby wird sich wohl noch weiter hartnäckig gegen eine verpflichtende Nachrüstung wehren. Allerdings wird eine politische Entscheidung im Oktober angesichts der drohenden und aktuellen Fahrverbote in deutschen Großstädten immer wahrscheinlicher.

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Felix Böhm
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