Flexiblere Arbeitszeiten – Handwerk fordert Umdenken

22.05.2018

Die gegenwärtigen Regelungen sollen gelockert und nur noch eine maximale Wochenarbeitszeit festgeschrieben werden. Der Präsident des deutschen Handwerks Hans Peter Wollseifer fordert diese Flexibilisierung des Arbeitsrechts in der „Rheinischen Post“ vom neuen Bundesarbeitsminister Heil (SPD). Er kritisiert in dem Zusammenhang die bisherigen „starren Vorschriften“ und ein „zu enges Arbeitszeitkorsett“. Die Große Koalition signalisiert in der laufenden Legislaturperiode vorsichtige Bereitschaft für eine Abkehr vom klassischen Acht-Stunden-Tag. Von sogenannten „Experimentierräumen“ für tarifgebundene Unternehmen ist die Rede. Betriebe können hier testweise die Vorteile der selbstbestimmten Arbeitszeit von Arbeitnehmern erproben. Zustimmung erhalten die Forderungen aus dem Handwerk aus dem Lager der freien Demokraten. Die FDP plädiert für eine festgeschriebene Arbeitszeit von maximal 48 Wochenstunden. Auch die Wirtschaftsweisen sprechen sich für eine Flexibilisierung des gängigen Arbeitszeitmodells aus.

Gewerkschaften sehen die Pläne kritisch

Kritiker befürchten hingegen eine schleichende Vermengung von Beruf- und Privatleben. Studien belegen, dass Beschäftigte, die ihre Arbeitszeiten selbst festlegen, eine schlechtere Work-Life-Balance erzielen und deutlich mehr arbeiten. Die Gewerkschaften bemängeln gleichwohl die schon gegenwärtig enorme Zahl an Überstunden, die von Arbeitnehmern geleistet werden und sehen in einer Auflockerung des Arbeitszeitgesetzes eine Ausbeutung der Beschäftigten. Vielmehr sollten sich die schon vorhandenen Instrumente wie Gleitzeit, Arbeitszeitkonten und Vertrauensarbeitszeit mehr etablieren, so die Forderungen der Gewerkschaften. Inwieweit das heutige Arbeitszeitmodell den modernen Anforderungen und Bedingungen der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter Rechnung trägt, dürfte wohl weiterhin Gegenstand politisch-gesellschaftlicher Debatten bleiben.

 

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