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Jetzt muss Rudi Handwerker in Rostock ran

Rudi Handwerker ist diesmal auf direktem Weg vom Arbeitsparadies in die Fußballhölle von Rostock!

Hanseatische Grüße aus Rostock

Meine lieben Leser,
einmal mehr schreibe ich euch ein paar Zeilen über meine heutigen Erfahrungen als fleißiger Handwerker auf Montage. Heute war Rostock Ziel unseres nächsten Arbeitseinsatzes und ich erreichte pünktlich zusammen mit Wladi und Roman unser kuscheliges Monteurzimmer im hohen Norden. Nach dem Kulturschock in der Weltmetropole Neuss, konnten wir uns nun endlich in einer etwas provinziellen Stadt wieder erholen und auf unsere Arbeit konzentrieren. Die Hansestadt an der Ostsee empfing uns auch sogleich mit typisch norddeutschem Wetter und Wladimir packte erstmal eine Flasche Korn aus um sich in seine übliche Arbeitsstimmung zu zwitschern. Ich hingegen machte in meinem Monteurzimmer vor Arbeitsantritt erstmal noch ein kurzes Nickerchen und traf meine Kollegen dann fit und ausgeschlafen auf der Baustelle. Der Tag verging recht zügig und geschäftig und kurz vor Feierabend fragte mich Roman ob wir nicht noch auf das Abendspiel von Hansa Rostock rausgehen wollten. Ich ließ mich nicht zweimal bitten und machte mich schnurstracks auf den Weg Richtung Stadion. Dabei durchquerte ich mehrere Tore der Rostocker Stadtbefestigung und bestaunte Überreste des ehemaligen Festungswalls. Plötzlich bekam ich einen  Anruf von Wladi, der mir  mitteilte, dass er nicht vorbeischauen werde, da er auf der gerade stattfindenden Hanse Sail sein Spaß hatte und auch zu betrunken war um den Weg zum Stadion überhaupt nur anzutreten.

König Fußball regiert in der Hansestadt

Ich traf Roman aber wie geplant in einem der Stehblöcke und wir verweilten uns die Zeit bis zum Anpfiff mit einigen Litern Bier und Pöbeleien gegenüber dem Rostocker Sitzplatzpublikum. Hansa spielte heute im Pokal gegen Werder Bremen und dieses Hanse-Derby brachte natürlich ordentlich Stimmung in den Kessel. Ich entschied mich für die Auswärtsmannschaft aus Bremen Partei zu ergreifen und skandierte lautstark für die grünen Werderaner. Blöderweise befanden wir uns aber mitten im Zentrum von Rostocker Ultras und die fanden meine fußballerischen Zuneigungsbekundungen offenbar weniger spaßig, denn plötzlich verwandelten sich die sonst so unterkühlten Nordlichter in streitsüchtige Heißsporne. Ich nahm das zunächst amüsiert zur Kenntnis und rief weiter eifrig Schmähparolen gegen die Rostocker Mannschaft. Als dann aber plötzlich meine Nase schmerzhafte Bekanntschaft mit einem ausgefahrenen Ellenbogen einer der Ultras machte, war plötzlich die Kacke am dampfen. Auf einmal schlug die wilde Horde um sich mit Gebrüll und Roman tauchte gerade noch rechtzeitig in der Menge ab, während ich mich hingegen mitten im Auge des Sturms befand. Mit Händen und Füßen musste ich mir den Weg bis zum Ausgang freikämpfen und hatte das Glück von ein paar Ordnern vor weiteren Angriffen des wütenden Mobs unterstützt zu werden. Schließlich war ich wieder im Freien und aus der Gefahrenzone verbannt, bekam nun aber auch keine Sekunde des Spiels mehr mit. Nach dieser ganzen, sinnlosen Aktion suchte ich Roman, der seine Blase gerade neben einem der Bierstände entleerte. Ich hatte genug und fuhr mit dem Taxi direkt zu meiner Monteurunterkunft zurück. Dort angekommen musste ich noch schnell den sturzbesoffenen Wladimir aus der Küche ins Bett verfrachten und konnte dann auch endlich meine wohlverdiente Nachtruhe antreten. Irgendwann in den Morgenstunden kam dann auch Roman wieder und grölte Fußballparolen durch die Wohnung. Ich dachte mir nur: Gottseidank hab ich morgen einen alleinigen Einsatz in Bochum. Bis dahin gute Nacht und adieu.

Euer Rudi

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