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Rudi auf Tour in der Fastnachtshochburg

Rudi Handwerkers Arbeitswoche startet heute in Mainz. Die pfälzische Landeshauptstadt muss er wegen  einer Autopanne zu Fuß erkunden. Dabei begegnen ihm seltsame Straßenschilder, Stadteile die irgendwie hessisch sind und ein Russe, der in Kirchen Restaurants vermutet. 

Mainzer Morgenluft genießen!

Mein Tag  begann eigentlich ganz entspannt. Ich war für einen neuen Montageeinsatz in Rheinland-Pfalz Hauptstadt gekommen und hatte ein sehr bequemes Monteurzimmer in Mainz bezogen. Meine Monteurunterkunft hatte eine geräumige Küche, die mich gleich dazu veranlasste, ein ausgiebiges Frühstück einzunehmen. Da ich sehr gerne koche, fällt meine Wahl meistens auf Monteurwohnungen, die nicht nur eine kleine Kochnische haben. Auf mein-Monteurzimmer.de kann ich dafür praktischerweise sehr ausführlich zwischen den Angeboten unterscheiden und hatte bisher noch nie wirklich falsch gelegen. Ich trank also gemütlich meinen Kaffee, da klingelte mein Handy und Wladimir schrie mir am anderen Ende der Leitung lauthals irgendetwas Unverständliches entgegen.    Ich verstand nur etwas wie "Wo du bleiben? Zu spät, zu spät - Chef sauer", sowas in der Art. Daraufhin fiel mein Blick auf die Uhr in der Küche und ich musste abermals feststellen, dass ich die Zeit vergessen hatte. Also stürzte ich aus dem Zimmer und spurtete zu meinem Wagen. Als ich am Steuer saß und den Zündschlüssel umdrehte, hörte ich außer einem kurzen Aufheulen des Motors nur noch ein polterndes Stottern und schließlich tat sich gar nichts mehr. Na super, das hatte mir gerade noch gefehlt. Wahrscheinlich war wieder irgendwas mit dem Vergaser.

Mainzer Kuriositäten

Ich musste also zu Fuß los und begab mich zügig Richtung Mainzer Hauptbahnhof. Während ich durch die Straßen hastete, fielen mir die ungewöhnlichen Straßenschilder auf. Seit 1853 sind sie eine Besonderheit von Mainz. Straßen mit roten Schildern verlaufen senkrecht, blaue Straßenschilder parallel zum Main. Die Hausnummern der roten Schilder verlaufen dabei ansteigend in Richtung Rhein, während die Hausnummern der blauen Schilder mit Flussrichtung des Rheins jeweils links ungerade und rechtsliegend gerade sind. Hintergrund dafür war eine Abänderung der Hausnummern, um ihren einheitlichen Verlauf zu gewährleisten. Bevor ich über dieses Kuriosum noch näher nachdenken konnte, fiel mir auf, dass mich mein Weg an der Rheinpromenade entlangführte und plötzlich das Richard-Wagner-Denkmal vor mir lag. Mainz hat ausgesprochen viele schöne Denkmäler und Skulpturen vorzuweisen. Angefangen von Gutenberg-Denkmälern, über Arbeiten von berühmten Bildhauern wie Hans Arp und Franz Bernhard. Endlich erreichte ich den Hauptbahnhof und kam zehn Minuten später auf der Baustelle im Stadtteil Mainz-Kastel an. Er gehört zu den sogenannten AKK-Stadtteilen, die aus der Zeit der französischen und amerikanischen Besatzungszeit eine politische Besonderheit bilden. Die ehemaligen rechtsrheinischen Stadtteile Amönenburg, Kastel und Kostheim wurden zur treuhändischen Verwaltung der Stadt Wiesbaden übergeben und dies führte zu einem jahrelangen Konflikt zwischen beiden Landeshauptstädten, auch bekannt als der AKK-Konflikt. Und wie häufig bei diesen kleinterritorialen Scharmützeln, geht es um lokalpatriotische und regionale Interessen und Stereotypen.

Königlich speisen im Mainzer Kaiserdom?

In meiner Mittagspause machte ich noch einen kurzen Abstecher zum Mainzer Dom und nahm Wladimir mit, um ihm einmal eine dreischiffige, romanische Pfeilerbasilika vor Augen führen zu können. Wladimir schien meine Ausführungen allerdings nicht wirklich verstanden zu haben und fragte mich ob es da drin was zu essen gäbe. Als ich ihm erklärte, dass in diesem Kaiserdom während des Mittelalters auch mehrere Königskrönungen vollzogen wurden, schaute er mich nur verdutzt an und fragte: "Also man da kann essen wie Könige?". Ich seufzte und wir machten uns zurück an die Arbeit. Nach Feierabend fuhr mich Wladimir noch zu meiner Monteurunterkunft zurück. Bevor er losfuhr sagte er noch, er wolle in dem großen Haus von heute Mittage jetzt königlich essen gehen. Ich war zu müde um das Missverständnis aufzuklären und wünschte Ihm viel Erfolg. Kurze Zeit später schlief ich zufrieden in meinem bequemen Bett ein und träumte seltsamerweise von russischen Festgelagen in deutschen Kirchen.

Rudi Handwerker in Mainz


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