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Rudi Handwerker auf Montage in Göttingen

Rudi Handwerker muss heute nach Göttingen! Dort erwartet ihn russischer Liebeskummer und ein farbenfrohes Scharmützel!

Servus werte Leserschaft,
ich melde mich aus meinem Monteurzimmer in Göttingen und hab mal wieder ein paar Dinge zu berichten. Mein Chef, der mittlerweile immer mehr angepisst ist, hat mich mit Wladimir zusammen nach Göttingen strafversetzt. Wir mussten dort bei Abbrucharbeiten von zwei alten Lagerhallen die Drecksarbeit erledigen. Naja, ich dachte mir, wird schon nicht so schlimm werden und besuchte erst einmal Wladimir in seiner Monteurwohnung. Ich traf ihn dort zusammen mit einem seiner Brüder oder Cousins oder weiß der Geier welches Verwandtschaftsverhältnis die zueinander haben. Eins war zumindest sofort offensichtlich, die beiden waren voll wie ein russischer Elternabend. Wladimir erzählte mir mit alkoholgeschwängertem Atem, dass er sich um Anatoli kümmern müsse, weil der von seiner Frau in Moskau verlassen wurde. Die zwei hatten diesen Verlust erst einmal mit einigen Gläsern Wodka begossen, wohlgemerkt Wassergläsern.

Liebeskummer aus Moskau

Wladimir fragte mich, ob ich wüsste wie man dem depressiven Anatoli vielleicht helfen könnte. Ich wollte mich nicht länger bei diesen kaputten Saufnasen aufhalten und gab Anatoli daher einen kleinen Rat. Ich sagte ihm, dass bei leichten Depressionen ein Vollbad mit ätherischen Ölen hilfreich sei und bei einer schweren Depression ein Vollbad mit Fön. Er verstand mich allerdings nicht so richtig und daher begab ich mich in die Göttinger Innenstadt und besuchte den Bismarckturm auf dem Kleperberg und schaute auch kurz mal in die Räumlichkeiten vom Deutschen und Jungen Theater Göttingen rein. War alles ganz nett aber interessant war plötzlich was sich da am Wahrzeichen der Stadt abspielte, am Göttinger Gänselieselbrunnen.  Ich beobachtete zufällig wie zwei Halbstarke mit Spraydosen diese ehrwürdige Brunnenfigur verunstalteten und dabei auch noch schamlos lachten. Nicht mit Rudi Handwerker, dachte ich mir und steuerte zielstrebig auf diese beiden Intelligenz-Allergiker zu. Der eine Hosenjodler sah mich auch als erstes auf sie zukommen und machte Anstalten zu flüchten, allerdings entschied er sich plötzlich anders und stellte sich demonstrativ mit verschränkten Armen vor das Denkmal. Die andere Hohlfritte bequemte sich daraufhin  mir auch mal ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken und so stand ich nun diesen zwei intellektuellen Blindgängern gegenüber.

Farbenfrohe Flüchtlinge

Die beiden fragten mich rotzfrech was denn mit mir los sei und was ich denn hier in Göttingen wolle. Ich meinte nur ich hätte wohl gerade einen Tinnitus im Auge, denn ich sehe nur Pfeifen vor mir. Da fiel den beiden Dummbatzen die Kinnlade runter und auf einmal stürmten sie auf mich los. Ich wusste mir natürlich zu helfen und verpasste den Grünschnäbeln ein paar kräftige Maulschellen, die sie schlussendlich zu Boden warfen. Dann packte ich mir eine ihrer Spraydosen und spielte mit ihren Haaren ein wenig Picasso, was irgendwo nicht so gut ankam, denn die beiden wälzten sich schreiend über den Boden. Als ich genügend Farbe auf ihren Zotteln verteilt hatte, ließ ich Gnade walten und amüsierte mich über diese zwei flüchtenden Farbmännchen, die jetzt aussahen wie Gummibärchen. Ich rief den beiden noch nach, dass sie das nächste Mal auf der A2 spielen gehen sollten und machte mich dann fröhlich pfeifend auf meinen Weg zur Baustelle. Schon morgen führt mich meine nächste Station nach Offenbach. Bis dahin macht's gut.

Euer Rudi

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